Spam-Anrufe blockieren: Anleitung für iPhone, Android und für Ihre Eltern
Werbeanrufe nerven. Betrugsanrufe sind gefährlich: falsche Polizisten, angebliche Enkel in Not, gefälschte Bankmitarbeiter. Diese Anleitung zeigt, was Ihr Telefon schon selbst kann, wo Sie Werbeanrufe melden, und wie Sie ältere Eltern schützen, bei denen eine gesperrte Nummer nicht reicht.
1. Einzelne Nummer auf dem iPhone blockieren
Hilft gegen eine Nummer, die immer wieder anruft.
- Telefon-App öffnen und auf „Anrufliste“ tippen.
- Neben der Nummer auf das kleine „i“ tippen.
- Nach unten scrollen, „Anrufer blockieren“ wählen und bestätigen.
2. Unbekannte Anrufer auf dem iPhone prüfen lassen (ab iOS 26)
Seit iOS 26 kann das iPhone Anrufer, die nicht in Ihren Kontakten stehen, zuerst selbst abfangen. Die Einstellung ist ab Werk ausgeschaltet.
- Einstellungen öffnen → Apps → Telefon.
- „Unbekannte Nummern überprüfen“ antippen.
- „Nach Grund des Anrufs fragen“ wählen: Eine automatische Stimme bittet den Anrufer, sich vorzustellen. Erst dann klingelt das iPhone und zeigt die Antwort als Text.
- Alternativ „Stumm“: Unbekannte Anrufe klingeln gar nicht und landen auf der Mailbox.
Gut zu wissen: Viele Werbeanrufer legen auf, sobald sie sich vorstellen sollen. Ein Betrüger, der sich als Polizist oder Enkel ausgibt, hat seine Geschichte aber parat. Die Entscheidung, ob abgenommen wird, liegt dann trotzdem allein bei Ihnen. Und mit „Stumm“ landen auch Arzt, Pflegedienst oder Handwerker auf der Mailbox.
3. Spam-Anrufe auf Android blockieren
Die Menüs heißen je nach Hersteller etwas anders, das Prinzip ist gleich.
- Einzelne Nummer: Telefon-App → Anrufliste → Nummer gedrückt halten → „Blockieren“ bzw. „Als Spam melden“.
- Automatischer Filter in der Google Telefon-App: Menü (⋮) → Einstellungen → „Anrufer-ID und Spam“ → „Spamanrufe herausfiltern“ einschalten. Auf manchen Geräten heißt die Option anders, etwa „Allgemeiner Schutz“.
- Samsung: Telefon-App → Menü (⋮) → Einstellungen → „Nummern sperren“. Dort lassen sich auch unbekannte und private Nummern sperren.
4. Werbeanrufe in Deutschland melden
Wer Sie zu Werbezwecken anrufen will, braucht vorher Ihre ausdrückliche Einwilligung. Ohne sie ist der Anruf unerlaubt, und Sie können ihn melden:
- Bundesnetzagentur: Unerlaubte Telefonwerbung. Notieren Sie Nummer, Datum, Uhrzeit, Firma und worum es ging.
- Bei Betrug oder Schaden: Anzeige bei der Polizei erstatten.
- Wurden Kontodaten oder TANs genannt: sofort die Bank anrufen und sperren lassen.
5. Warum Blockieren gegen Betrüger nicht reicht
Betrüger fälschen die angezeigte Nummer und wechseln sie ständig. Eine gesperrte Nummer ist nach wenigen Minuten wertlos. Manche zeigen sogar 110 an.
Merksatz der Polizei: Polizei und Rettungsdienst rufen nie unter 110 oder 112 an. Steht das auf dem Display, ist es ein Betrüger.
6. Für Angehörige: So schützen Sie Ihre Eltern
Schockanrufe und Enkeltrick zielen auf ältere Menschen. Was Sie als Sohn oder Tochter heute tun können:
- Darüber reden. Erzählen Sie, wie solche Anrufe klingen: „Ihre Tochter hatte einen Unfall“, „Hier ist die Polizei, Ihr Geld ist nicht sicher“.
- Eine Regel vereinbaren: Bei Geldforderungen immer auflegen und die Person selbst unter der bekannten Nummer zurückrufen. Nie Geld oder Schmuck an Fremde übergeben.
- Wichtige Nummern speichern: Familie, Hausarzt, Pflegedienst, Nachbarn. Dann funktionieren die iPhone-Einstellungen aus Abschnitt 2, ohne dass wichtige Anrufe verloren gehen.
- „Nach Grund des Anrufs fragen“ einschalten (iPhone, ab iOS 26). Das kostet nichts und hält viele Werbeanrufe ab. Bei einem Android-Handy: den Spamfilter aus Abschnitt 3 einschalten.
Die Lücke bleibt: Wenn ein geübter Betrüger durchkommt, steht Ihre Mutter oder Ihr Vater mit ihm allein am Telefon. Und Sie erfahren davon oft erst hinterher.
7. Columbo: Anrufe prüfen, bevor es klingelt, und die Familie weiß Bescheid
Columbo ist ein Anruf-Assistent für das iPhone älterer Menschen. Anrufe zur eigenen Nummer werden zu Columbo umgeleitet und dort geprüft:
- Bekannte Kontakte (Familie, Arzt, Pflegedienst) werden sofort durchgestellt.
- Unbekannte Anrufer spricht Columbo zuerst selbst an und fragt nach Name und Anliegen. Wirkt der Anruf wie ein Betrugsversuch, klingelt das Telefon gar nicht erst.
- Angehörige sehen im Columbo-Portal, wer angerufen hat und was Columbo entschieden hat, und bekommen eine SMS, wenn ein verdächtiger Anruf abgewehrt wurde.
| iPhone „Nach Grund fragen“ | Columbo | |
|---|---|---|
| Fragt Unbekannte nach dem Anliegen | Ja | Ja, im Gespräch |
| Erkennt Betrugsmuster und lässt es nicht klingeln | Nein, Sie entscheiden selbst | Ja |
| Familie wird informiert | Nein | Ja, per Portal und SMS |
| Kontakte pflegt die Familie mit | Nein | Ja |
| Kosten | Kostenlos | Abo |
Ehrlich gesagt: Columbo ist neu und funktioniert derzeit nur mit dem iPhone. Für Android und das Festnetz gibt es Columbo noch nicht. Das iPhone braucht Internet (WLAN oder mobile Daten), und auf der eigenen Nummer muss eine Rufumleitung eingerichtet sein. Wir helfen bei der Einrichtung.
Kurz zusammengefasst
- iPhone: Einzelne Nummer über das „i“ in der Anrufliste blockieren.
- iPhone ab iOS 26: „Unbekannte Nummern überprüfen“ → „Nach Grund des Anrufs fragen“.
- Android: Spamfilter unter „Anrufer-ID und Spam“ einschalten.
- Werbeanrufe ohne Einwilligung bei der Bundesnetzagentur melden.
- Polizei ruft nie mit 110 an. Bei Geldforderungen auflegen und selbst zurückrufen.
- Für Eltern: wichtige Nummern speichern, Regeln vereinbaren, Anrufe vorab prüfen lassen.